Der Tag · Familien
Die Familien der Fundatio Trifolii
Alte Häuser, alte Aufträge – Glaube, Forschung und Kunst bilden die drei Säulen der Fundatio Trifolii. Jede Familie bringt ihr eigenes Erbe, ihre Konflikte und ihr Wappen an den Tisch.
Glaube · Pflicht · Ordnung
Das Haus von Bullach

Das Haus von Bullach gehört zu den ältesten katholischen Adelsgeschlechtern Frankens. Seit Jahrhunderten thront Burg Hohenbullach über den Wäldern und Felsen der Fränkischen Alb – Stammsitz, Symbol und geistiger Mittelpunkt einer Familie, die sich selbst als Hüterin einer alten Ordnung versteht. Familienoberhaupt ist Graf Leopold von Bullach, der das Haus mit ruhiger Hand, wirtschaftlichem Geschick und großem Sinn für Diskretion führt.
Die Familie ist weit verzweigt. Neben der Hauptlinie auf Burg Hohenbullach leben weitere Zweige und Angehörige in Bamberg, Würzburg, Nürnberg und anderen Orten Frankens. Über Besitzungen, Stadthäuser, kirchliche Kontakte und wirtschaftliche Beteiligungen ist das Haus in vielen Kreisen präsent, ohne sich allzu offen in den Vordergrund zu drängen.
Die Bullachs sind tief im katholischen Glauben verwurzelt. Messe, Beichte, Andacht und kirchliche Verpflichtung sind für sie keine bloßen Traditionen, sondern Ausdruck eines Lebens, das vor Gott verantwortet werden muss. In einer Zeit, in der nach Krieg, Revolution und Republik vieles ins Wanken geraten ist, halten sie umso entschlossener an dem fest, was ihnen Halt gibt: Familie, Glaube, Stand und Pflicht.
Politisch blicken viele Mitglieder des Hauses mit Skepsis auf die Gegenwart. Das Kaiserreich ist gefallen, der Adel verliert an Einfluss, und die neue Republik erscheint ihnen laut, unsicher und ohne natürliche Ordnung. Doch die Bullachs sind keine lauten Aufrührer. Ihr Einfluss zeigt sich im Hintergrund – in alten Netzwerken, wirtschaftlichen Beteiligungen, kirchlichen Kontakten und familiären Bündnissen.
Nach außen wirkt das Haus geschlossen, würdevoll und streng. Doch auch hinter alten Mauern bleiben Zweifel, Ehrgeiz, Sehnsüchte und unausgesprochene Konflikte nicht verborgen.
Beim kommenden Konvent treten die Bullachs als Gastgeber auf. Das Treffen findet im Landschlösschen Rockenbach statt, einem Anwesen der Familie, das für einige Tage zum Mittelpunkt alter Bündnisse, höflicher Gespräche und verborgener Spannungen wird. Die Bullachs empfangen die verbundenen Familien mit Würde, Frömmigkeit und dem festen Bewusstsein, dass manche Aufgaben größer sind als das einzelne Leben.
Mögliche Charaktere stammen aus Haupt- oder Nebenlinien des Hauses: streng konservativ, tief katholisch, pflichtbewusst und traditionsverbunden – oder jung, offen, zweifelnd und voller Sehnsucht nach einem anderen Leben.
Wer einen Charakter aus dem Haus von Bullach spielt, bewegt sich zwischen katholischer Strenge, adligem Selbstverständnis, familiärer Loyalität und der Frage, wie lange alte Gewissheiten in einer neuen Zeit noch Bestand haben können.
Kunst · Klang · Gesellschaft
Die Familie Lautenschläger

Die Familie Lautenschläger gehört zu jenen alten bayerischen Häusern, deren Name weniger mit Burgen und Schlachten verbunden wird als mit Musik, Kunst und kultivierter Geselligkeit. Ihre Überlieferung führt zurück bis in die Zeit der Kreuzzüge, zu einem lautenspielenden Ritter, der nicht nur durch Tapferkeit, sondern auch durch Lieder, Geschichten und fromme Gesänge in Erinnerung blieb.
Bis heute verstehen sich die Lautenschläger als Menschen, die der Welt Form geben: in Bildern, Musik, Theater, Literatur und sorgfältig inszenierten gesellschaftlichen Ereignissen. Ihre Häuser in München, Nürnberg und Würzburg sind Orte der Begegnung, an denen Künstlerinnen, Musiker, Sammler, Geistliche, Gelehrte und Förderer zusammenkommen. Besonders ihre Münchner Villa mit Musiksalon und Gemäldesammlung gilt in gehobenen Kreisen als ein Ort, zu dem eine Einladung viel bedeutet.
Die Familie an sich erscheint nach außen einigermaßen wohlhabend, gebildet und meist diskret. Sie fördert Ausstellungen, Konzerte, Stipendien, kirchliche Kunst und kulturelle Projekte – teils offen unter ihrem Namen, teils über Stiftungen und laut Gerüchten und Meinungen besonders über persönliche Netzwerke. Doch hört man in besonderen Kreisen genauer hin, gibt es auch andere Blicke auf die Familie. Da gibt es die Lautenschläger, die schrille Lebensweise und verstörende Kunst preisen. Von extravaganten Festen ist die Rede. Doch nichts genaues ist sicher – zumindest will niemand sich namentlich nachsagen lassen, er habe etwas „Schlechtes” über die Familie gesagt oder sind es die Genießer, die schweigen?
Mögliche Charaktere aus der Familie Lautenschläger können Mäzene, Musikerinnen, Maler, Schauspielerinnen, Kritiker, Sammler, junge Bohemiens, strenge Kunst- und Schatzverwalter, Anwälte oder stille Talente sein – Menschen zwischen Kunst und Pflicht, Bühne und Familie, Inspiration und Erwartungsdruck, zwischen Tradition und Zeitgeist, auf der Seite etablierter Strukturen und Zeit des Umbruchs sein.
Wer einen Charakter aus der Familie Lautenschläger spielt, bewegt sich häufig zwischen Salonkultur, künstlerischem Ehrgeiz, katholischer Bildwelt, familiärer Kontrolle und der Sehnsucht, aus dem eigenen Talent mehr zu machen als nur eine weitere schöne Fassade.
Forschung · Ordnung · Vernunft
Die Familie Ochsenstirn

Die Familie Ochsenstirn gehört zu jenen alten fränkischen Häusern, deren Name weniger mit Glanz, Frömmigkeit oder Kunst verbunden ist als mit Verwaltung, Besitz, Disziplin und unbeirrbarer Standfestigkeit.
Seit Jahrhunderten verstehen sich die Ochsenstirns als Familie der Verantwortung. Wo die Bullachs von Pflicht vor Gott sprechen und die Lautenschläger von Form, Klang und Inspiration, sprechen die Ochsenstirns von Ordnung, Grenze und Tragfähigkeit. Sie sind keine Schwärmer, keine Suchenden und keine Bekenner, sondern Menschen, die gefährliche Dinge verwalten, verschließen und notfalls mit Härte sichern.
Nach außen erscheinen die Ochsenstirns als respektable, gebildete und ausgesprochen beherrschte Familie. Sie besitzen Güter, Stadthäuser, Archive, Beteiligungen und alte Verbindungen in Verwaltung, Justiz, Medizin, Kirche und Stiftungswesen. Man schätzt sie wegen ihrer Verlässlichkeit. Wenn etwas geordnet oder entschieden werden muss, ist die Familie selten weit entfernt.
Innerhalb der Familie zählen Selbstbeherrschung, Loyalität und Belastbarkeit mehr als Charme oder Originalität. Kinder lernen früh, dass Worte Gewicht haben, Schwäche beobachtet wird und ein Familienmitglied niemals nur für sich selbst steht. Talent wird gefördert, wenn es nützlich ist: juristischer Scharfsinn, medizinisches Wissen, Verwaltungsgeschick, Beobachtungsgabe, strategisches Denken oder technische Begabung.
Der katholische Glaube spielt auch bei den Ochsenstirns eine wichtige Rolle, doch weniger als innige Frömmigkeit denn als Form, Maß und Ordnung. Messe, Sakramente und Andachten werden ernst genommen, aber selten leidenschaftlich besprochen. Das Heilige ist für sie nichts, dem man sich hingibt, sondern etwas, das in würdiger Form gehalten werden muss, damit es nicht gefährlich wird.
Beim kommenden Konvent treten die Ochsenstirns nicht als Gastgeber auf, aber als eine der entscheidenden Kräfte im Hintergrund. Ihr Familienoberhaupt Friedrich Ochsenstirn verkörpert den alten Anspruch des Hauses: schweigen, tragen, entscheiden. Um ihn gruppieren sich Angehörige aus Wissenschaft, Medizin, Technik, Recht und Verwaltung – Menschen, die alle auf ihre Weise mit der Frage ringen, wie weit man gehen darf, wenn man glaubt, die Ordnung der Welt zu bewahren.
Mögliche Charaktere aus der Familie Ochsenstirn können Ärzte, Ingenieure, Wissenschaftler, Patentanwälte, Juristen, Gutsverwalter, stille Beobachter oder innerlich erschöpfte Pflichtmenschen sein. Manche glauben an den alten Auftrag. Manche zweifeln. Manche wollen verstehen. Manche wollen kontrollieren. Und einige wissen längst, dass Kontrolle nur ein anderes Wort für Angst sein kann.
Wer einen Charakter aus der Familie Ochsenstirn spielt, bewegt sich zwischen Disziplin, Familiengehorsam, wissenschaftlichem Ehrgeiz, Forscherdrang, moralischer Kälte und der Frage, ob Verantwortung noch Tugend ist, wenn sie jedes Mitgefühl erstickt.